Google Branchencenter optimieren

geschrieben von Ernest am 26. Oktober 2009 11 Kommentare

google map pins! XDD

Es ist so einfach und dennoch wird es noch sehr wenig genutzt und noch weniger optimiert. Die Rede ist vom Google Branchencenter und das Nutzen für die lokale Suchmaschinenoptimierung.

Über Google Maps gefunden zu werden hat sogar einige Vorteile gegenüber den organischen Suchergebnissen (SEO) und den bezahlten Anzeigen (SEA; Adwords). Der größte Vorteil sind natürlich die Kosten, der Eintrag im Branchencenter von Google ist absolut kostenlos. Für SEO und SEA muss man schon etwas investieren, insbesondere wenn man ganz oben stehen will. Die Google Maps bzw. die Branchencenter Einträge werden meiner Erfahrung nach zu 90% über den organischen Ergebnissen (SEO) gelistet d.h. eine “Top-Platzierung” ist fast garantiert.

Above the fold

Schaut man sich an, welche die Standard-Bildschirmauflösung in Deutschland ist und wie die Suchergebnisse bei dieser Auflösung aussehen, dann ist es eigentlich “fahrlässig” sich nicht in das Branchencenter einzutragen.

bildschirmauflösung webhits.de

Quelle: Webhits.de – Stand: 20.10.2009

Laut den Statistiken von Webhits verwenden 40% der Suchmaschinennutzer eine Bildschirmauflösung von 1024 x 768. Aus eigener Erfahrung mit eigenen Webseiten und Kundenprojekten kann ich die Zahl bestätigen.

Erscheinen nun zusätzlich über den lokalen Branchenergebnissen noch, 3 “Top-Sponsored Adwords” dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Otto-Normal-Surfer die organischen Suchergebnisse (SEO) sieht, sehr gering.

Bei der Suche nach einer “Wohnung in Hamburg” sieht das Suchergebniss bei der Standard-Bildschirmauflösung 1024 x 768 wie folgt aus:

serps für wohnung hamburg

Das bedeutet dass die Google-Nutzer im sichtbaren Bereich auf dem Monitor (Above the fold), also ohne scrollen zu müssen, nur 3 Adwords-Anzeigen und 4 von 7 Branchenergebnissen sehen können.

Hohe Aufmerksamkeit für Branchenergebnisse

In einer aktuellen Eye-Tracking Studie zur Google Universal Search von Usability.de wurde überraschenderweise festgestellt, dass die Maps/Karte in den Suchergebnissen von den Nutzern komplett ignoriert wird.

Die Branchenergebnisse erhalten dafür aber umso mehr Aufmerksamkeit:

Die neben der Karte angezeigten Branchenergebnisse ziehen – verglichen mit den organischen Ergebnissen darunter – sehr viel Aufmerksamkeit auf sich.
Golden Triangle Studie von usability.de

Eintragen und optimieren

Das sich der kostenlose Eintrag in das Google Branchencenter lohnen kann, sollte jedem klar geworden sein. Der Eintrag ist nur mit einem Google Konto unter folgender URL möglich: http://maps.google.com/local/add?hl=de

Die Angaben im Formular sind selbsterklärend (Anschrift, Adresse, Mail, Telefon usw.). Bei der Beschreibung sollten keine Suchbegriffe aneinandergereiht, sondern ein einladender “Marketing-Satz” mit maximal 200 Zeichen erstellt werden. Außerdem können bis zu fünf Kategorien angegeben werden, mindestens eine vorgeschlagene Kategorie muss ausgewählt werden. Es ist empfehlenswert alle fünf Kategorien mit relevanten Keywords auszufüllen.

Nach der Freischaltung sollte der Firmenname angepasst, sowie weitere Daten angegeben werden.
Je mehr Daten man an Google übermittelt, desto mehr wird man belohnt.D.h. Logos, Videos, Öffnungszeiten, Zahlungsoptionen usw. dürfen, wenn vorhanden, nicht fehlen.

Coupons
Ein weiteres cooles Feature sind die Coupons/Gutscheine. Beim Thema “SEO” könnte man z.B. einen Gutschein für eine erste kostenlose SEO-Analyse anbieten. Für jede Branche sollte sich etwas finden womit man den Kunden den (ersten) Einkauf im Online-Shop oder den Besuch zum Ladengeschäft attraktiver machen kann. Der potentielle Kunde kann den Gutscheincode im Online-Shop einlösen oder das Ganze ausdrucken und den Gutschein bzw. die Rabattmarke im Laden einlösen.

Für das oben genannte Beispiel mit der SEO-Analyse sieht so ein Gutschein wie folgt aus:
null

Firmennamen optimieren
Der Firmennamen ist ein relevanter Faktor für das Ranking und sollte nach der Freischaltung mit dem wichtigsten Keyword erweitert werden. Beispiele:

  • Firmenname – Keyword aus Stadt
  • Keyword mit Firma
  • Keyword1+Stadt – Keyword2 aus Stadt

Natürlich können noch viele weitere Varianten genutzt werden. Wichtig dabei ist, dass nicht nur “Keyword+Stadt” oder nur “Keyword” als Titel auftauchen, sondern der echte Firmenname eingegeben wird. Ideal in Kombination mit dem wichtigsten Keyword.

Meiner Einschätzung nach ist die Klickrate viel höher, wenn der Firmenname mit angegeben wird. Des Weiteren wirkt ein Eintrag, der nur aus Keywords besteht, einfach unseriös.

Optimierung der Firmenadresse
Ein weiterer Faktor für die Optimierung ist die eigene Firmenadresse. Diese sollte auf der eigenen Seite auftauchen und durch Einträge in Branchenbücher, Firmenverzeichnisse oder in lokalen Verzeichnissen verbreitet werden. Bei der Streuung der Firmenadresse sollte immer exakt die gleiche Adresse verwendet werden.

Anstatt “Backlinks”, wie es bei SEO der Fall ist, gilt die Verbreitung der eigenen Firmenadresse als “Währung”. Daher sollte überall wo es möglich ist, die eigene Adresse hinterlegt werden (Presse-Portale, Verzeichnisse, Partnerseiten). Sollte sich die Adresse ändern, ist auch das Ranking weg.

Bewertungen
Zufriedene Kunden können auch gerne mal, durch einen kleinen Hinweis, eine positive Bewertung für den eigenen Eintrag abgeben. Nicht nur bei Google Maps selber, sondern auch in anderen bekannten Bewertungsportalen.

Branchenergebnisse Rankingfaktoren

Einige Rankingfaktoren für die lokalen Branchenergebnisse im Überblick:

5 einfach Punkte für ein gutes Ranking in den Google Branchenergebnissen.

Statistiken verfolgen

Die Statistiken des Eintrags sollten regelmäßig überprüft werden, eventuell bringt das aktuelle Keyword gar nichts und es muss verändert werden. Durch die Statistiken von Google erhält man Einblick in die Impressionen,den so genannten “Aktionen” und den Top-Suchanfragen (Keywords). Besonders die Top-Suchanfragen sind interessant und können zu neuen Suchbegriffen führen.

Die Statistiken einer Seite im Bereich “Feinmechanik” vom 22. Sept. 2009 – 22. Okt. 2009:

Durch den Eintrag im Branchcenter konnte die Firma einige neue Kunden gewinnen.

Entstandene Kosten: 0,- €.

Weiterführende Links

Fotocredit laihiu
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Autor: Ernest

Seit 2005 bin ich als Internet-Unternehmer mit eigenen Web-Projekten sowie als Berater für Online-Marketing Strategien aktiv. Gleichzeitig dazu als Experte für Suchmaschinenoptimierung bei einer der bekanntesten Online-Marketing-Agenturen Deutschlands angestellt und seit 2009 Geschäftsführer der Effektiv UG.

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11 Kommentare zu “Google Branchencenter optimieren”

  1. Hildesheimer 28 Oktober 2009 at 07:41 Permalink

    Meiner Meinung nach kann so ein Konzept (Laiendarsteller als Branchen Redakteure zu verpflichten) auch nicht funktionieren.
    Das Branchencenter von google bietet für den User keine Markttransparenz.
    Branchenbücher sollten redaktionell gepflegt bzw. müssten regelmäßig aktuallisiert werden und da das bei google nicht gegeben ist kann es meiner meinung nach nicht mit anderen lokalen Branchenbüchern mithalten.
    Google muss man ständig auf der Hut sein. Die Konkurenz schläft nicht. Immer mehr “Lokalisten” versuchen auf den (Branchenbuch) Zug aufzu- springen, um auch ein Stück vom “großen Kuchen” zu ergattern. Man sollte sich nicht länger mit langwierigen Internetrecherchen die Zeit verschwenden, sondern auf lokalen Adressportalen mit präzisen Treffern den oder die Unternehmung, besser schneller finden. Wir z.b. unterstützen aus überzeugung allgemeine lokale Sozialprojekte. 50% unserer Einnahmen gehen an lokale Hilfsorganisationen. Global denken lokal handel darunter verstehen wir soziales Engagement und innovatives Denken und Handeln.

  2. eric 1 November 2009 at 17:01 Permalink

    Hey Ernest,
    vielen Dank für diesen Beitrag. Super konkret!
    Grüße
    eric

  3. Tim 2 November 2009 at 14:25 Permalink

    Moin ! ich würde gerne mal wissen, was man machen kann wenn es noch keine lokalen Branchenergebnisse für mein Keyword gibt. Es handelt sich hier um die Begriffe Urlaub, Ferienhaus, -wohnung u.s.w. in Zusammenhang mit dem Ort. Das “Lokale” wäre da also gegeben. Werden Lokale Ergnisse erst ab einer bestimmten Anzahl von Einträgen eingeblendet ?

  4. Soeren 10 November 2009 at 01:53 Permalink

    Moin
    Als ich die organische Karte sah, musste ich grinsen.
    Coole Idee, bzw. Umsetzung!

    :)

    Gruß Sören

  5. KennstDuEinen 13 November 2009 at 15:30 Permalink

    Das Thema “Above the fold” wird noch viel interessanter werden, wenn Google die “Local listing Ads” auch in Deutschland einführt. Wenn dann zusätzlich zu Google AdWords die blau markierten, bezahlten Einträge oberhalb der Google-Maps Box auftauchen, dann sieht fast kein User mehr die natürlichen Suchergebnisse. Wer dann bei lokalen Suchanfragen als Geschäftsinhaber oder Dienstleister nicht dabei ist, vergibt ein immenses Kontaktpotenzial.

    Siehe auch zuletzt:
    http://www.searchnewz.com/topstory/news/sn-2-20091106ExcuseMeButWhereDidGooglesOrganicSearchResultsGo.html

    Gruß,
    Sebastian

  6. Johannes 9 Dezember 2009 at 00:08 Permalink

    Sehr lesenswerter Artikel und wahrscheinlich die detaillierteste Zusammenfassung für die Optimierung von Google Maps Ergebnissen in Deutscher Sprache. Gerade den Verweis auf die Eye Tracking Studie finde ich sehr interessant.

  7. bekanntmacher 27 Januar 2010 at 08:26 Permalink

    Sehr guter Bericht!

    Hatte wenig Kenntnisse über die Optimierung der lokalen Branchenergebnissen. Ich habe den Firmennamen bei einem Probanden angepasst und konnte bereits Verbesserungen feststellen.

    Logische Folgerung aus der Eye-Tracking-Studie: Google ist interessiert, möglichst gute lokale Ergebnisse anzuzeigen, damit in den Detailseiten wiederum AdWords-Einnahmen generiert werden können.

  8. Berlin Memo 6 Februar 2010 at 11:48 Permalink

    Ich bin gerade auf diesen beitrag gestoßen, und finde, dass das mal seit langem wieder, ein vernünftiger Beitrag, zu diesem Thema ist.
    Vielleicht noch eine kleine Anmerkung: Mittlerweile scheint es soweit zu sein, dass die Nennung des Firmennamens in Kombination mit wichtigem/n keys auch nicht mehr ausreicht. Insbesondere bei stark umkämpften Bereichen. Kennt Jemand vielleicht noch einen speziellen Turbo-Booster,
    der als “extra” besonders gut zieht?

  9. Michael Demandt 24 März 2010 at 14:47 Permalink

    Ein starker Gewichtungsfaktor für das Rankink ist auch die Nähe des Brancheneintrags zur Stadtmitte.

    Keywords in der angegebenen Domain wirken sich auch auf das Ranking aus.

    Und wenn die Landing-Page der angegebenen Domain auf das Keyword optimiert wurde, kann man damit auch punkten.

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